Ein Ort der Kunst und der Erkenntnis – 16 Jahre Sommerakademie Hohenaschau

Die Sommerakademie...     ...und ihre Kurse     Aschau und Umgebung     Wegbeschreibung


Seit nun siebzehn Jahren schon ist die von Peggy von Cramer-Klett ins Leben gerufene und zusammen mit Biggi Ritscher geführte Hohenaschauer Sommerakademie ein Mekka für bildende Künstler aus dem gesamten Bundesgebiet und dem benachbarten Ausland. Die in einem prächtigen Park, am Fuße des Hohenaschauer Schlossberges gelegene, Anfang des letzten Jahrhunderts erbaute geräumige Villa, deren Charme man sich nur schwer entziehen kann, ist zugleich ein Ort der Begegnung für Menschen, die in ihrer schöpferischen Tätigkeit und in der
bildenden Kunst nicht eine bloße Freizeitbeschäftigung, sondern eine gesteigerte Form des Lebens erkennen. Namhafte Dozenten vermitteln hier in dem stilvollen Ambiente der Akademie und in der Geborgenheit der Chiemgauer Bergwelt und des anmutigen Prientales ihren Schülern das nötige Rüstzeug zur selbstschöpferischen Betätigung, die letztlich die bildende Kunst zu einem festen Bestandteil des Lebens macht und eine völlig neue Dimension des Naturerlebens und der Welt um uns herum erschließt.

»Kunst ist das Fenster, durch das der Mensch seine höhere Fähigkeit erkennt«

sagt der italienische Maler Giovanni Segantini (1858-1924). Die Hohenaschauer Sommerakademie ist so ein genialer Ort des Erkennens oder der Erkenntnis, an dem nicht nur nahezu alle künstlerischen Techniken und Gestaltungsformen, wie Malerei,
Graphik und Bildhauerei, sondern auch das richtige, bewusste Schauen gelehrt werden. Denn wer mit den Augen des Künstlers sieht, erlebt und sieht mehr und wird sich sehr schnell als großer Bewunderer der Schöpfung erkennen. Die Künstlervilla scheint immer noch beseelt vom guten Geist des großen Erzählers und Schriftstellers Ludwig Benedikt Freiherr von Cramer-Klett (1906- 1985), der in diesen Räumen gelebt und gearbeitet hat und in seinem, im ganzen deutschsprachigen Raum verbreiteten Schrifttum seiner Bewunderung für die Schöpfung Ausdruck verliehen und seiner geliebten Chiemgauer Heimat ein unverrückbares Denkmal gesetzt hat. Wer einmal in der angenehmen Atmosphäre dieser Räume künstlerisch arbeiten darf wird etwas spüren von den Musen, die hier noch verweilen und wird schon nach wenigen Tagen durch die bildende Kunst lernen, die Natur in ihrem geistigen Inhalt zu verstehen.

Dr. Jörg Mangold